Was bedeutet Open Source?

Open Source ist nicht gleich Open Source. Es gibt verschiedene Lizenzen und Typen von Open-Source-Software. Eine der bekanntesten ist die GNU General Public License (GPL).

Software, die dieser Open-Source-Lizenz unterliegt, darf genutzt, verändert und weiterverbreitet werden. Die Lizenz erlaubt auch ausdrücklich, dass die Software auch gegen Bezahlung weiterverbreitet – also auch kommerziell genutzt werden darf. Allerdings muss der Code frei bleiben. Wer Software unter der GNU License weiterverbreitet, muss die gleichen Rechte an der Software gewähren und die nutzenden Personen über die Rechte aufklären. So garantiert die Lizenz auch den zukünftigen freien Zugriff zum Softwarecode.

Wenn keine genaue Lizenz bei den CRM-Systemen angegeben ist, dann ist mit Open Source meist ein freier Zugriff auf den Softwarecode gemeint, sodass sich die Software selbst verändern und anpassen lässt.

Was bedeutet kommerzielles Open Source?

Im CRM-Bereich sind die meisten Open-Source-Systeme sogenannte kommerzielle Open-Source-Systeme. Das bedeutet, dass Sie Lizenzen zur Nutzung des Systems zahlen, aber Sie dennoch Zugriff auf den Quellcode haben und das System selbständig anpassen können.

5 unschlagbare Vorteile von Open-Source-CRM

Fünf Vorteile eines Open-Source-CRM

1. Keine bis niedrige Lizenzkosten

Je nachdem, ob Sie auf ein vollumfängliches Open-Source-CRM oder auf ein kommerzielles Open-Source-System setzen, entstehen entweder gar keine Lizenzkosten oder vergleichsweise günstige Lizenzkosten.

Ein Open-Source-System ist jedoch niemals kostenlos. Was nicht in Lizenzen fließt, das bezahlen Sie dann mit einem höheren Einrichtungsaufwand, wenn Sie das System selbst betreiben. Oder Sie bezahlen eine Agentur, die sich um die Installation, Einrichtung und ggf. auch Wartung des Systems kümmert. Da kommt es dann auf die Preise der Agentur an.

Langfristig gesehen, fahren Sie mit einem Open-Source-CRM jedoch meist günstiger, da hier keine versteckten Kosten lauern. Proprietäre Systeme arbeiten zum Beispiel häufig mit sogenannten Lockangeboten: sie bieten am Anfang recht günstig an, aber sobald später mehr Lizenzen oder Anpassungen dazukommen, verlangen proprietäre Anbieter plötzlich unverhältnismäßig mehr und gleichen so die anfangs geringen Einnahmen aus.

Bei CRM-Systemen auf kommerzieller Open-Source-Basis kommt es natürlich immer auf das Lizenzmodell an, aber da Sie Zugriff auf den Sourcecode haben, können Sie immer Anpassungen selbst machen, ohne dafür bezahlen zu müssen.

Bei der Auswahl eines CRMs – egal ob proprietär oder Open-Source – rechnen Sie am besten immer die Kosten auf 3 bis 5 Jahre aus. So erkennen Sie Lockangebote sofort.

Mehr zur TCO-Analyse und Tipps zur CRM-Auswahl finden Sie in unserer CRM-Checkliste.

2. Besonders flexibel anpassbar

Wer auf Open Source setzt, der setzt auf ein System, dass sich ganz unabhängig vom herstellenden Unternehmen anpassen lässt. In der Regel bieten verschiedene Web- und Digitalagenturen die Anpassung, Konfiguration und oft auch Hosting von Open-Source-CRM an.

Wenn Sie aber selbst eine fähige IT-Abteilung haben, die auch noch genug Ressourcen frei hat, dann können Sie auch selbst das CRM-Programm anpassen. Achten Sie darauf, dass das Open-Source-CRM eine gute Entwicklerdokumentation bietet, damit sich Ihre Entwicklungsabteilung schnell in das System einarbeiten kann.

Wie gut sich ein Open-Source-CRM anpassen lässt, kann aber stark schwanken. Zugriff auf den Quellcode bieten alle, aber die Architektur der Systeme unterscheiden sich. Wenn Sie das System selbst anpassen möchte, sollte am besten eine Ihrer IT-Fachkräfte die Architektur des Systems unter die Lupe nehmen.

3. In der Regel kein Vendor-Lock-In

Proprietäre Systeme arbeiten häufig mit einem sogenannten Vendor-Lock-In. Das herstellende Unternehmen macht es den nutzenden Personen damit möglichst schwer zu wechseln und zwingt sie so zum Bleiben bzw. dazu nur beim eigenen Unternehmen einzukaufen.

Was ist ein Vendor-Lock-In?

Apple bietet zwar kein CRM, aber daran lässt sich das Prinzip des Vendor-Lock-Ins ganz gut erklären. Wer ein iPhone oder MacBook besitzt, der kann zum Beispiel kein Ladekabel von einer anderen Firma als Apple kaufen. Applegeräte nutzen nämlich nicht den üblichen Standard, sondern haben mit Lightning eine eigene Schnittstelle entwickelt. Dadurch lassen sich nur Ladegeräte von Appel verbinden. Damit entzieht sich Apple jeglichem Wettbewerb und kann dadurch auch höhere Preise für das Kabel verlangen.

Vendor-Lock-In bei CRM-Systemen

Im Falle von CRM-Systemen besteht ein Vendor-Lock-In, wenn sich Daten nicht oder nicht gut exportieren lassen. Eine Kundin bekam zum Beispiel Ihre Daten ohne Struktur übergeben vom vorherigen Anbieter. Dies erschwerte den Import in ein neues System und soll die Hürde zum Wechseln höher setzen.

Vendor-Lock-In bei Open-Source-CRM selten aber möglich

Ein Vendor-Lock-In geht unserer Meinung nach gegen die Philosophie der Open-Source-Gemeinschaft. Dennoch gibt es leider auch Open-Source-Software, die vom Vendor-Lock-In Gebrauch machen. Prüfen Sie deshalb vor der Wahl eines CRM – egal ob proprietär oder Open Source –, ob der Anbieter Wechsel-Hürden eingebaut hat.

Fragen Sie explizit danach, ob es eine Export-Möglichkeit gibt und wie die Daten übergeben werden. Die Daten sollten strukturiert übergeben werden, sodass die Daten komfortabel in das Datenbankschema der neuen CRM-Software umgewandelt werden können.

Wenn Sie das CRM selbst hosten, werfen Sie einen Blick in die Datenbank während der Testphase und prüfen Sie den Datenbankexport selbst.

Kein Vendor-Lock-In bei 1CRM

Von 1CRM können wir garantiert sagen, dass das System keinerlei Wechsel-Hürden enthält. Sie können jederzeit Ihre Daten exportieren, transformieren und in ein anderes CRM importieren.

4. Keine Zusatzkosten für Updates und Upgrades bei kundenindividuell angepassten Systemen

Ein gutes Open-Source-CRM ist so ausgelegt, dass es sich leicht individuell anpassen lässt, ohne dass die Updatesicherheit verloren geht. Bei proprietären Anwendungen zahlen Sie häufig mehr für Updates, wenn das System kundenindividuell angepasst wurde. Bei Open-Source-CRM ist das in der Regel nicht so. Auch bei 1CRM gibt es keine Kostenunterschiede bei Updates. Sie können also Ihr System ganz auf Ihre Bedürfnisse ausrichten, ohne auf die Updatekosten schauen zu müssen.

Zudem lassen sich mit genug technischem Verständnis weitere Software ohne zusätzliche Lizenzkosten selbst anbinden. 1CRM bietet zum Beispiel eine REST-API, über die sich mithilfe von Workflow-Tools wie Integromat sogar ohne Programmierkenntnisse weitere Software vernetzen lässt.

5. Mehr Herz statt Gier

Last but not least: Wer ein Open-Source-System entwickelt, erweitert und auch vertreibt, der macht dies meist mit einer Leidenschaft für die Technik und die Anwender:innen der Lösung. Hinter Open Source steckt sehr viel Herz und eine inspirierende Community, die ganz oft kostenlos technische Lösungen der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Und das nur, damit jede:r von der Software profitieren kann. Egal ob Mittelstand, Kleinunternehmen oder Privatperson.

Open Source stellt eine stille Rebellion gegen gierige Techkonzerne dar. Denn dank Open Source können sich beispielweise nicht nur große Konzerne professionelle CRM-Software leisten, sondern auch Einzel- und Kleinunternehmen. Damit liefert Open-Source eine technische Infrastruktur, damit auch mit wenig finanziellen Mitteln Großes erreicht werden kann.

1CRM ist aus eben diesem Gedankengang heraus entstanden. Die Vision war ein professionelles All-in-one-System zu schaffen, dass sich auch kleine und mittelständische Unternehmen leisten können.

10 Open-Source-CRM, die Sie kennen sollten

Der Open-Source-Markt im CRM-Bereich ist recht überschaubar. Folgende zehn Systeme zählen als Open Source:

1CRM

Responsive CRM-Software

Basierte ursprünglich auf dem damals noch als Open Source verfügbarem SugarCRM. Die Architektur wurde jedoch komplett überarbeitet. Die CRM-Software ist heute ein extrem performantes und flexibles System, das sich selbst konfigurieren und hosten lässt oder über einen Dienstleister wie visual4. 1CRM wurde in Kanada gegründet und wird weltweit von Partneragenturen weiterentwickelt.

1CRM lässt sich DSGVO-konform betreiben.

https://1crm-system.de/

vtiger

vtiger wirbt zwar hauptsächlich mit der kommerziellen Cloud-Variante, lässt sich aktuell noch als Open-Source-Variante runterladen und nutzen. Das System wurde in San Francisco und Bangladore gegründet und durch die Community und Partneragenturen weiterentwickelt.

vtiger lässt sich DSGVO-konform betreiben.

https://www.vtiger.com/de/open-source-crm/

Crust CRM

Crust CRM bezeichnet sich als Low Code Open-Source-CRM und ist über github zum Download verfügbar. Die irische Firma Crust Technology steht hinter dem System und bietet überdies hinaus eine Cloud-Edition.

Crust CRM lässt sich nach eigenen Angaben DSGVO-konform betreiben.

https://www.crust.tech/download/

Dolibarr

Die CRM-Software unterliegt der GNU General Public License und ist modular aufgebaut. Dolibarr bezeichnet sich selbst als ERP / CRM und wird seit 2009 von der Dolibarr Foundation vorangetrieben.

https://www.dolibarr.de/

odoo

Odoo ist ein modular aufgebautes CRM-System, das in einer kostenlosen Open-Source-Variante (Community Edition) und einer lizensierten Unternehmensvariante (Enterprise Edition) angeboten wird. Die Community Edition ist lizenziert unter der GNU Lesser General Public License (LGPL).

https://www.odoo.com/de_DE/page/download

EspoCRM

EspoCRM lässt sich in der Cloud gegen eine Gebühr nutzen oder kostenlos selbst hosten. Die Software ist unter der GNU Public License (GPL) lizenziert und flexibel anpassbar.

https://www.espocrm.com/download/

Zurmo

Zurmo war ein Open-Source-CRM mit Gamification-Ansätzen. Leider wird Zurmo nicht mehr weiterentwickelt. Daher ist der Einsatz heute nicht mehr zu empfehlen. Wir (die Digitalagentur visual4) haben damals, als Zurmo noch neu war, einen Blick in die Software geworfen:

https://visual4.de/blog/crm-software-zurmo-ein-erster-eindruck/

SuiteCRM

SuiteCRM ist als Fork von SugarCRM entstanden und lässt sich gegen Gebühr in der Cloud oder kostenlos selbst hosten. Die CRM-Software wird von der schottischen Firma SalesAgility Ltd. vorangetrieben und bei Bedarf gehostet.

SuiteCRM ist nach eigenen Angaben DSGVO-konform.

https://suitecrm.com/download/

OroCRM

Der Hersteller Oro, Inc. entwickelt die Open-Source-Software OroCRM und OroCommerce und bietet eine auf den E-Commerce ausgerichtete Lösung. Auf der offiziellen Website lässt sich nur OroCommerce herunterladen. Die Software enthält CRM-Funktionalität. Daher hat sich der Hersteller vermutlich dazu entschieden, nur noch die B2B-E-Commerce-Plattform OroCommerce voranzutreiben und die CRM-Funktionalität nur noch integriert anzubieten. Über Github lässt sich jedoch die reine CRM-Anwendung herunterladen. Oro hat seinen Hauptsitz in Amerika, aber auch eine Geschäftsstelle in Berlin.

https://github.com/oroinc

CiviCRM

CiviCRM ist eine auf gemeinnützige Organisationen ausgerichtete CRM-Software. Die Open-Source-Lösung wird von einem weltweiten Partnernetz vorangetrieben, die auch beim Hosting und Anpassung des GNU Affero General Public License (AGPL) lizenzierten Programms unterstützen.

CiviCRM bietet eine DSGVO-Erweiterung an.

https://civicrm.org/download

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